So testest du einen gebrauchten Laptop vor dem Kauf
Ein gebrauchter Laptop kann ein Schnäppchen oder ein teurer Fehlkauf sein, und die meisten Probleme lassen sich leicht erkennen, wenn du weißt, wo du suchen musst. Nimm Ladegerät, USB-Stick und einen Hotspot vom Handy mit und nutze diese Checkliste. Die meisten Tests laufen im Browser, du musst also nichts auf dem Gerät des Verkäufers installieren.
Vor dem Treffen
Frag nach der genauen Modellnummer, dem Prozessor, dem RAM, dem Speicher und dem ursprünglichen Kaufdatum. Suche nach dem Modell, um die typischen Probleme zu erfahren. Manche Modelle sind für schwache Scharniere oder defekte Akkus bekannt. Bitte den Verkäufer, den Laptop vollständig aufzuladen, und plane mindestens 15 Minuten für den Test ein.
Körperliche Prüfung
- Scharniere: Öffne und schließe den Deckel. Er sollte in jeder Position stehen bleiben, ohne zu wackeln oder zu knarzen.
- Gehäuse: Achte auf Risse an Scharnieren und Ecken sowie auf eine aufgewölbte Unterseite oder ein Touchpad, das höher sitzt als sonst. Das sind Anzeichen für einen aufgequollenen Akku. Kauf keinen Laptop mit aufgequollenem Akku.
- Anschlüsse: Steck deinen USB-Stick in jeden Anschluss und das Ladegerät in den Laptop. Prüfe, ob er wirklich lädt.
- Schrauben: Ausgeleierte oder fehlende Schrauben deuten darauf hin, dass das Gerät geöffnet und repariert wurde.
Display: Dead Pixel und Hintergrundbeleuchtung
Öffne den Dead Pixel Test im Vollbildmodus. Er wechselt durch einfarbige Flächen: Ein Dead Pixel zeigt sich als schwarzer Punkt auf hellen Farben, ein hängender Pixel als farbiger Punkt, der sich nie ändert. Achte auf dem schwarzen Bildschirm auf Licht, das an den Rändern durchscheint (Backlight Bleeding), und auf ungleichmäßige Flecken. Kipp den Bildschirm und prüfe, ob sich die Farben nicht zu stark verschieben.
Tastatur und Touchpad
Öffne den Keyboard Tester und drücke jede Taste einmal. Jede Taste leuchtet auf, sobald sie erkannt wird, daher fällt eine tote Taste sofort auf. Achte auf Tasten, die bei einem Druck zweimal auslösen (Prellen) oder nach dem Loslassen weiter auslösen (Hängen). Der Tester markiert beides. Probiere auch die Funktionstasten, die Pfeiltasten und die Tastaturbeleuchtung aus.
Für das Touchpad und die Maustasten prüft der Click Speed Test Links- und Rechtsklick, Doppelklick und Scrollen. Probiere außerdem das Scrollen mit zwei Fingern und das Zoomen per Pinch-Geste auf einer Webseite aus.
Akkuzustand
Der Akkuverschleiß ist die häufigste versteckte Zusatzausgabe.
- Windows: Öffne die Eingabeaufforderung und führe
powercfg /batteryreportaus. Öffne den gespeicherten HTML-Bericht und vergleiche „Vollständige Ladekapazität“ mit „Entwurfskapazität“. Unter etwa 80 % bedeutet das eine deutlich kürzere Akkulaufzeit. - macOS: Systemeinstellungen → Batterie → das Info-Symbol neben „Batteriezustand“ zeigt die maximale Kapazität. Unter Systeminformationen → Stromversorgung findest du die Anzahl der Ladezyklen.
Echte Specs prüfen
Stell sicher, dass das, was dir gesagt wird, mit dem übereinstimmt, was verbaut ist.
- Windows: Einstellungen → System → Info zeigt Prozessor und RAM. Einstellungen → System → Speicher zeigt die Größe des Laufwerks.
- macOS: Apple-Menü → Über diesen Mac.
Prüfe außerdem, ob Windows aktiviert ist (Einstellungen → System → Aktivierung).
Kamera, Mikrofon, Lautsprecher und WLAN
Starte den Webcam Test und den Mic Test und nimm ein paar Sekunden auf, um sie über die Lautsprecher abzuspielen. Hör bei höherer Lautstärke auf Knistern. Verbinde den Laptop mit dem Hotspot deines Handys, um zu prüfen, ob das WLAN funktioniert, und lade ein paar Seiten.
Account-Sperren: der Ausschlussgrund
Ein Laptop, der noch mit dem Account des Verkäufers verknüpft ist, kann nach der Zahlung unbrauchbar werden.
- Mac: Die Aktivierungssperre muss deaktiviert sein. Bitte den Verkäufer, sich vor deinen Augen von seiner Apple-ID abzumelden und „Wo ist?“ auszuschalten. Idealerweise siehst du, wie der Mac gelöscht wird und im Einrichtungsassistenten neu startet.
- Windows: Es darf kein BIOS- oder Firmware-Passwort gesetzt sein. Der Verkäufer sollte den PC zurücksetzen oder seinen Account entfernen.
- Business-Laptops: Eine Meldung, dass das Gerät von einer Organisation verwaltet wird, bedeutet, dass es in einer Firmenverwaltung registriert ist. Lass die Finger davon, außer der Verkäufer kann nachweisen, dass die Freigabe erfolgt ist.
Kurze Checkliste
- Scharniere und Gehäuse in Ordnung, kein aufgequollener Akku.
- Alle Anschlüsse und das Laden funktionieren.
- Keine Dead Pixel und kein starkes Backlight Bleeding.
- Jede Taste und das Touchpad funktionieren.
- Akkuzustand über etwa 80 %.
- Specs stimmen mit der Anzeige überein; Windows ist aktiviert.
- Kamera, Mikrofon, Lautsprecher und WLAN funktionieren.
- Accounts des Verkäufers entfernt, kein Firmware-Passwort und keine Verwaltungssperre.